Die beiden Chemitzer Tefla & Jaleel waren lange Zeit die Galionsfiguren der ostdeutschen Rapszene und haben vielen Rappern aus den neuen Bundesländern den Weg in den Westen geebenet. Allein durch ihr Engagement, das Splash ins Leben zu rufen, aber auch indem sie Leute wie Joe Rilla und dessen damalige Crew Analphabeten aktiv unterstützten. Im Jahr [...]
Irgendwas läuft bei Flowin’ Immo zurzeit gehörig schief. Nachdem er sich den MZEE Mailorder vorknöpfen musste, muss nun der “spießbürgerliche Schwabe” Marcus Staiger als Teil von Immos Promotionmaschinerie herhalten. Der Rap.de Chefreadakteur ist nach neusten Erkenntnissen ein ziemliches Opfer und hat feigerkomischerweise keine Lust sich mit dem werten Immo zu schlagen. Verständlich, Immo scheint mir ein harter Kerl zu sein! Weiterlesen.
Das ist hier ein Deutschrap Blog. Ich weiß es doch auch, aber wenn es hierzulande nichts Ordentliches gibt muss ich mich eben Übersee umgucken. Und siehe da: Da drüben behauptet ein gewisser Jay-Z Auto-Tune sei tot. Ich glaube kaum, dass sich dem irgendjemand namenhaftes widersetzen wird. Ich bin froh darum, dass dieser Trend in Deutschland nie richtig angekommen ist und dass Jigga nun dieses Machtwort — ein für alle Mal — gesprochen hat. Der Beat ist übrigens richtig gut — von wem war der noch? Weiterlesen.
Das ist verrrückt! Ich habe gerade versucht die drei besten Videos des Monats Juni ausfindig zu machen — und ich konnte keine geeigneten finden. Ich habe bestimmt was übersehen! Es kann doch nicht sein, dass dieser Monat überhaupt kein qualitativ gutes Rapvideo hervorgebracht hat. Was ist los Deutschland? Weiterlesen.
Großartig! Endlich hat die Politik erkannt, dass man deutsche Rapalben nicht nur auf Griefahn’sche Weise auf den Index setzen kann, sondern auch, dass deutsche Rapper sogar zu Wahlsprüchen inspirieren können. “Wir sind besser”! So lautet einer der Slogans, mit dem die SPD in Stuttgart für die Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 für ihr politisches Programm wirbt. Das nenne ich mal eine konstruktive Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Lage in Deutschland.
Es bleibt eine Frage: Warum machen es, sowohl Rapper als auch Politiker, nicht einfach besser als die anderen anstatt bloße Behauptungen in den Raum zu stellen?
Mutter Erdes Straßen benötigen sicher einiges.
Mannen, die sich im Auftrag der Genresäuberung in’s verbale Drive-by aufschwingen? Angenommen. Luxusgetriebe mit technischer Allerweltsausstattung? Soll vorkommen wie ‘n referierender Schüler. Ein neuer Anstrich für die Wiederbelebung meiner Lieblingssparte? Immer her damit!
Woran Mamas Betonfassaden dieserlands aber auf keinen Fall noch brauchen, sind technisch durchschnittliche Wortakrobaten, die sich aufgrund nicht mehr vorhandener Punchlinedichte als phrasendreschende Hartz IV-Representer feiern lassen.
Nein, ehrlich: Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie der hochgeschätzte Falk Schacht das erste (und auch hoffentlich letzte) Werk der Talion-Crew als Revivalisierung Streetraps belobhudelte, wo unsere ehemaligen Straßenjungen, Koksticker und Dachbodenhustler die Kuh endlich soweit leergemolken haben, dass sich renomierten Labels keine andere Rentierungsmöglichkeit außer der Selbstauflösung erschließt.
Und was bitte, lieber Falk, soll das Politikerohr bewirken, wenn Snaga sie aus dem Blickwinkel des “Taugenichts” begrüßt, der getrost auf “eure Perspektive” scheißt und sein Geld lieber mit illegalem Tunichtgut erhustelt, weil die eigene Box-Karriere, der Ausweg aus dem ach so harten Ruhrpott-Ghetto, dem designierten Ich ein Häufchen Unglück vor den Bug schoss – Sollen die Herren Merkel und Co nun Spielplätze für Kreuzbandgeschädigte bauen, weil diese das Hinterteil ansonsten in die Boof pflanzen, deren Insassen das Couch-Potatoing hochleben lassen, indem sie noch pompösere Chor-Pitches mit “Fallt ihr ruhig auf, hauptsache ich falle nicht rein./ Einer für alle und alle für einen” (Fard in “Hand auf’s Herz”) phrasieren?
Diese Platte jedenfalls ist, wie schon mit überdrüssiger Leichtigkeit angeschnitten, das unnötigste Verblasen von hochkarätigen Loops seit Ilans Synthie-Fetischismus auf Automatikks “Jenseits von Eden“.
Klar, die Bässe pumpen wie sonst nirgends, die aus feinstem virtuellen Trommelholz geschnitzten Claps plappern neben den vulominösen Synthie- und/oder Chor-Samples her und erzeugen somit eine kurzfristig berauschende Fast-Filmatmosphäre (”Tanz mit dem Teufel”), doch was nützt das hollywoodreifste Instrumental, wenn der erzählerische Höhepunkt des snaga- und fard’schen Schaffens in der ach so tragischen Geschichte einer Schulschmeißerin mündet, die “diesen kleinen Menschen” unbedingt wollte und “die Flügel aus”streckt, in der Hoffnung, niemand erfahre “von ihrem Geheimnis”, während sie sich im Clöööäääb (neudeutsch für Klub) den alltäglichen Muttertagshustle aus der Leber säuft? Die Ohrenschmerzen verursachende Gesangshookline plus kitschige Streicher geben dem Ganzen dann endgültig den Rest.
Nein, Leute. So geht das einfach nicht und auch, wenn die eifrigen Supporter mich jetzt wieder als notorischen Nichtsversteher abstempeln mögen, der noch nicht ausreichend Straße geatmet, gehört und geschmeckt habe, um diesen inhaltlichen Vollblutbeton rezensieren zu dürfen, bleibt mir nur eindringlichst zu raten:
Lieber Falk, wenn du das nächste Mal zwei Ruhrpottlern im Aufzug begegnest, ruf doch einfach Flipstar an. Danke. Es liebt dich – Dein HipHop.
Ein Konzert des Selfmade Camps wurde von gewaltätigen Personen gestört! Montana Max wurde schwer verletzt! Joe Rilla wurde festgenommen! Ist mit noch schlimmeren Angriffen auf der Tour zu rechnen? Bald wird ein Rapper sterben!
“Ist es das, was ihr wollt?”
Franky Kubrick – Was sie hören wollen
Meiner Meinung nach verhalten sich hiesige Online-Magazine wie HipHop.de oder Rap.de ziemlich unangebracht. Sie schenken diesen ganzen Beef/Gewalt-Geschichten mehr Aufmerksamkeit als guten (ja ich weiß, ‘gut’ ist subjektiv) Releases und Künstlern. Dies wirft die Frage auf, was zuerst da gewesen ist: Angebot oder Nachfrage? Denn wenn man sich die ‘Most Viewed’ -Artikel auf HipHop.de anschaut, dann könnte man leicht darauf schließen, dass hier die Nachfrage das Angebot bestimmt. Wie wäre es eigentlich, wenn man derartigen Gewaltakten wie dem Übergriff auf dem Konzert der Selfmade-Artists keine Aufmerksamkeit schenkt oder zumindest nicht eine solche Aufmerksamkeit, bei der es nur darum geht, die nächste unglaubliche Sensation zu präsentieren?
Ich habe nichts gegen gute, auf sportlicher Ebene geführte Battles, bei denen es darum geht, den anderen mit lyrischem Können zu zerstören, so wie es einst Kool Savas mit seinem Urteil eindrucksvoll bewiesen hat.
Warum wird so lieblosen Disstracks, wie zuletzt denen von Fler, Kollegah und Konsorten, so viel Beachtung geschenkt? Sind solche Tracks wirklich relevant für Deutschrap oder bin ich einfach nur ein engstirniger Backpacker, der dafür keinen Sinn hat? Denkt mal darüber nach!
Da ich nicht nur meckern will, sondern es auch besser als die oben genannten Magazine machen will, wird hier meiner Meinung nach sehr guter, vor allem zum Thema passender Rap unterstützt. Ich vertrete Franky Kubricks Aussagen in seinem Track “Was sie hören wollen” zu 100 %. Zieht es euch rein und macht in Zukunft solche Beiträge zu den ‘Most Viewed’!
Jani und ich haben dem Mannheimer Pal One einige Fragen gestellt. Sein Album “Seelentreffen” ist von Kool DJ GQ und Patrick Ahrend produziert und erscheint am 17.4. . Es ist schon die vierte LP Pal Ones, der von vielen Fans als der ehrlichste Rapper Deutschlands gefeiert wird. Ob einer noch ehrlicher ist weiß ich zwar nicht, aber viele seiner Songs, gerade vom Debütalbum “Palwolf”, sind meines Erachtens nach heute aktueller denn je und echte Klassiker.
Du bist schon sehr lange im Deutschrapgame am Start, doch viele Fans der neuen Generation werden dich noch gar nicht kennen. Wofür stehst du und deine Musik?
Für Ehrlichkeit, Liebe und Mannheim.
Was ist ist in den zwei Jahren, in denen man eigentlich gar nichts von dir hörte, passiert?
Ich habe mir einfach eine Auszeit genommen, nach etlichen Jahren im Geschäft war das einfach bitter nötig. Die Übersättigung des Marktes, das Überarbeiten, der Stress – ich musste mir einfach mal Ruhe gönnen, um mich wieder zu fokussieren und mir die Frage zu stellen, was möchte ich mit Pal One erreichen und wo und vor allem wie geht es die nächsten Jahre weiter. Prinzipiell eine Erholungsphase für den Körper und den Geist.
Was bedeutet das Album “Seelentreffen” für dich?
Seelentreffen ist ein unglaublich ruhiges, souliges Album, kein Hard Hittin’, kein Battle. Ich wollte schon immer mal ein Album machen, dessen Essenz mehr auf Musikalität und Stimmung basiert, als auf ‘in die Fresse’. Nach meiner Pause also genau das richtige Ding um wieder rein zu kommen. Für mich persönlich hat jedes meiner Alben einen besonderen Stellenwert, da all das musikalische Schaffen den Mensch und MC “Pal One” ausmacht.
Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Patrick Ahrend und Kool DJ GQ?
GQ hat ja schon auf meinem ersten Album “Palwolf” eine Produktion gehabt, so wie ich auf seinem Producer-Album “Birth of Kool” dabei war. Der Kontakt müsste so um 2001 entstanden sein. Dazu kommt, dass er ein sehr angenehmer, erwachsener Kollege ist, mit dem es sich leicht arbeiten lässt. Patrick Ahrend und GQ produzieren für Curse, beide hatten mich 2008 angefragt ob ich mir ein Solo Album vorstellen könnte und ich hatte Bock.
Inwiefern waren sie mit in den Enstehungsprozess des Albums und der Songs integriert?
Ich empfinde es immer so: Der Producer setzt mit dem Beat eine Grundstimmung vorraus, die das Thema schon eingrenzt, das hilft natürlich dem MC ungemein. Somit beginnt der Entstehungsprozess schon mit den Klängen des Beats und die Producer tragen einen sehr großen Teil dazu bei. Beim Texte schreiben ist man natürlich wieder auf sich alleine gestellt, so fern das in der heutigen Zeit noch üblich ist.
“Seelentreffen” war ein Hin- und Hergeschicke der Files. Die Beats wurden komplett in deren Studio produziert und gemixt, ich habe in meinem Studio alle Vocals aufgenommen und gemixt. Boom, fertig.
Schon bei deinen letzten beiden Alben hast du auf einzelne Produzenten vertraut. Bei “Seelentreffen” nun wieder. Wo liegen die Vorteile und wo die Nachteile dieser Produktionsweise?
Eigentlich erkenne ich nur Vorteile, ich kann mich auf einen Einzelnen oder ein Team konzentrieren, das vereinfacht viele Dinge. Die Vorraussetzung ist natürlich, dass der Producer so vielfältig ist, um genug abwechslungsreiches Material an den Start bringt, damit das Album ein rundes, stimmiges Endergebnis erzielt. Ebenso muss er die Eigenschaft haben zu erkennen welche Beats und Stimmungen der jeweilige MC benötigt.
Welchen Stellenwert hat Mannheim für dich als Rapper und Menschen?
Hier bin ich geboren, hier bin ich groß geworden, das ist meine Homebase, hier spielt sich mein ganzes Leben ab. Ich denke jeder Mensch hat einen besonderen Bezug zu seiner Heimat.
Inwieweit kannst du dich mit dem aktuellen Geschehen in Rap-Deutschland identifizieren? Welche Entwicklungen gefallen dir, welche nicht?
Ich habe aufgehört mich damit zu identifizieren. Ich sehe mich nicht in der Position über das alles zu urteilen, genau genommen ist es mir auch scheiß egal was andere machen. Es gibt Künstler, die ich schätze und Künstler auf die ich einfach nicht kann. Im Bezug auf Pal One ist das genauso. Was mir gefällt ist, dass alle Künstler, die die Fresse so weit aufgerissen haben fast restlos gefloppt sind, das bestätigt meine Meinung, dass unsere Gesellschaft noch Hirn hat und der Markt sich selbst reinigt. Vielleicht legen dann auch die großen Portale und Medien wieder mehr wert auf Künstler, die es ernst meinen und keine Modeerscheinungen sind. Aber jeder entscheidet für sich was ihm gefällt und was nicht. Ich bin sehr genügsam, mir geht das am Arsch vorbei.
Hörst du privat eigentlich deutschen Hip Hop oder sind die “10 von 10 Releases” wirklich alle scheiße?
Klar höre ich Rap Musik, aber halt echt nur von Leuten, die es ernst meinen. Meine Line heißt: “von 10 Releases ist keines mehr cool”, zwischen uncool und scheiße liegen für mich noch Welten.
Der Eine hört dies gern, der Andere das gern. Ich bin froh, dass Musik eine Geschmacksfrage ist und man frei wählen kann von wem man “Fan” ist und von wem nicht.
Von uns nochmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast auf die Fragen zu antworten. Wir wünschen dir viel Erfolg mit deinem neuen Album, in das man hier schonmal reinhören kann.