Großartig! Endlich hat die Politik erkannt, dass man deutsche Rapalben nicht nur auf Griefahn’sche Weise auf den Index setzen kann, sondern auch, dass deutsche Rapper sogar zu Wahlsprüchen inspirieren können. “Wir sind besser”! So lautet einer der Slogans, mit dem die SPD in Stuttgart für die Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 für ihr politisches Programm wirbt. Das nenne ich mal eine konstruktive Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Lage in Deutschland.
Es bleibt eine Frage: Warum machen es, sowohl Rapper als auch Politiker, nicht einfach besser als die anderen anstatt bloße Behauptungen in den Raum zu stellen?
Ein Konzert des Selfmade Camps wurde von gewaltätigen Personen gestört! Montana Max wurde schwer verletzt! Joe Rilla wurde festgenommen! Ist mit noch schlimmeren Angriffen auf der Tour zu rechnen? Bald wird ein Rapper sterben!
“Ist es das, was ihr wollt?”
Franky Kubrick – Was sie hören wollen
Meiner Meinung nach verhalten sich hiesige Online-Magazine wie HipHop.de oder Rap.de ziemlich unangebracht. Sie schenken diesen ganzen Beef/Gewalt-Geschichten mehr Aufmerksamkeit als guten (ja ich weiß, ‘gut’ ist subjektiv) Releases und Künstlern. Dies wirft die Frage auf, was zuerst da gewesen ist: Angebot oder Nachfrage? Denn wenn man sich die ‘Most Viewed’ -Artikel auf HipHop.de anschaut, dann könnte man leicht darauf schließen, dass hier die Nachfrage das Angebot bestimmt. Wie wäre es eigentlich, wenn man derartigen Gewaltakten wie dem Übergriff auf dem Konzert der Selfmade-Artists keine Aufmerksamkeit schenkt oder zumindest nicht eine solche Aufmerksamkeit, bei der es nur darum geht, die nächste unglaubliche Sensation zu präsentieren?
Ich habe nichts gegen gute, auf sportlicher Ebene geführte Battles, bei denen es darum geht, den anderen mit lyrischem Können zu zerstören, so wie es einst Kool Savas mit seinem Urteil eindrucksvoll bewiesen hat.
Warum wird so lieblosen Disstracks, wie zuletzt denen von Fler, Kollegah und Konsorten, so viel Beachtung geschenkt? Sind solche Tracks wirklich relevant für Deutschrap oder bin ich einfach nur ein engstirniger Backpacker, der dafür keinen Sinn hat? Denkt mal darüber nach!
Da ich nicht nur meckern will, sondern es auch besser als die oben genannten Magazine machen will, wird hier meiner Meinung nach sehr guter, vor allem zum Thema passender Rap unterstützt. Ich vertrete Franky Kubricks Aussagen in seinem Track “Was sie hören wollen” zu 100 %. Zieht es euch rein und macht in Zukunft solche Beiträge zu den ‘Most Viewed’!
Ich bin alles andere als ein Rap-Groupie und aus dem Alter, in dem man noch scharf auf Autogramme ist, bin ich auch raus. Jedoch finde es eine sehr coole Aktion von Pal One, auf dessen Myspace-Seite sich übrigens auch das Snippet zu “Seelentreffen” befindet, sein neues Album für 12 Euro (inklusive Versandkosten) rauszuhauen. Ich finde, dass das ein mehr als fairer Preis ist.
Zwar sind auf dem Album, welches am 17.April 2009 erscheint und komplett von Patrick Ahrend und Kool DJ GQ produziert wurde, nur 11 Tracks (davon 1 Remix), allerdings kann man bei dem sympatischen Mannheimer meiner Meinung nach blind zugreifen. Seine persönlichen und zugleich authentischen Texte sind in der Deutschrap-Landschaft einzigartig.
Sichert euch noch schnell ein Exemplar der auf 50 Stück limitierten Edition von “Seelentreffen”!
Ich denke, dass dieses Video vom Splash 2001 sich ganz gut an den von Jonathan geposteten Beitrag “War es das, Aggro Berlin?” anschließt, denn Sido und Co. dürften sich inzwischen auch manchmal fragen: “Wo ist die Crowd, die damals so gejubelt hat?”
Ich bin bei weitem keiner, der die Backpacker-Fraktion nach dem Motto ‘keep it real’ verbissen in Deutschrap-Diskussionen vertritt, nur wer schafft es heutzutage eigentlich noch so viele Arme in die Luft gehen zu lassen?
Der Hamburger Produzent Sleepwalker bat 2001 zum Vorsprechtermin und wurde dabei von namhaften Künstlern wie Samy Deluxe, Eins Zwo, Nico Suave, Mr.Schnabel und Deichkind unterstützt. Auf der ersten und einzigen Single-Auskopplung des Albums mit dem gleichnamigen Titel “Vorsprechtermin” gaben sich Nico Suave, Jan Delay aka Eißfeldt, Deichkind, die Moqui Marbles, Toni und Felix XL die Ehre. Trotz der vielen, unterschiedlichen Rappern ist der Track mit seiner Dancehall-angehauchten Hook sowohl zum chillen als auch zum Party machen bestens geeignet.
Viel Spaß mit den “First-Take-Fetischisten”!
Wem das Video nicht gefällt, kann sich vielleicht mit diesen jungen Herren anfreunden: