Archiv: ‘Alles andere’

Flowin’ Immo und der Beef

Irgendwas läuft bei Flowin’ Immo zurzeit gehörig schief. Nachdem er sich den MZEE Mailorder vorknöpfen musste, muss nun der “spießbürgerliche Schwabe” Marcus Staiger als Teil von Immos Promotionmaschinerie herhalten. Der Rap.de Chefreadakteur ist nach neusten Erkenntnissen ein ziemliches Opfer und hat feigerkomischerweise keine Lust sich mit dem werten Immo zu schlagen. Verständlich, Immo scheint mir ein harter Kerl zu sein! Weiterlesen.

Kein Video des Monats?

Das ist verrrückt! Ich habe gerade versucht die drei besten Videos des Monats Juni ausfindig zu machen — und ich konnte keine geeigneten finden. Ich habe bestimmt was übersehen! Es kann doch nicht sein, dass dieser Monat überhaupt kein qualitativ gutes Rapvideo hervorgebracht hat. Was ist los Deutschland? Weiterlesen.

Die Umstrukturierung

Es gab eine Pause — schlichtweg weil mir die Luft ausgegangen war. Jetzt geht’s weiter. Hoffentlich langfristig.

Und die Neuausrichtung…

  • Mehr Untergrund.
  • Mehr Spaß an der Sache.

Was Politiker von deutschen Rappern lernen

wirsindbesser

Großartig! Endlich hat die Politik erkannt, dass man deutsche Rapalben nicht nur auf Griefahn’sche Weise auf den Index setzen kann, sondern auch, dass deutsche Rapper sogar zu Wahlsprüchen inspirieren können. “Wir sind besser”! So lautet einer der Slogans, mit dem die SPD in Stuttgart für die Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 für ihr politisches Programm wirbt. Das nenne ich mal eine konstruktive Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Lage in Deutschland.
Es bleibt eine Frage: Warum machen es, sowohl Rapper als auch Politiker, nicht einfach besser als die anderen anstatt bloße Behauptungen in den Raum zu stellen?

Aus aktuellem Anlass

Ein Konzert des Selfmade Camps wurde von gewaltätigen Personen gestört! Montana Max wurde schwer verletzt! Joe Rilla wurde festgenommen! Ist mit noch schlimmeren Angriffen auf der Tour zu rechnen? Bald wird ein Rapper sterben!

“Ist es das, was ihr wollt?”

Franky Kubrick – Was sie hören wollen

Meiner Meinung nach verhalten sich hiesige Online-Magazine wie HipHop.de oder Rap.de ziemlich unangebracht. Sie schenken diesen ganzen Beef/Gewalt-Geschichten mehr Aufmerksamkeit als guten (ja ich weiß, ‘gut’ ist subjektiv) Releases und Künstlern. Dies wirft die Frage auf, was zuerst da gewesen ist: Angebot oder Nachfrage? Denn wenn man sich die ‘Most Viewed’ -Artikel auf HipHop.de anschaut, dann könnte man leicht darauf schließen, dass hier die Nachfrage das Angebot bestimmt. Wie wäre es eigentlich, wenn man derartigen Gewaltakten wie dem Übergriff auf dem Konzert der Selfmade-Artists keine Aufmerksamkeit schenkt oder zumindest nicht eine solche Aufmerksamkeit, bei der es nur darum geht, die nächste unglaubliche Sensation zu präsentieren?

Ich habe nichts gegen gute, auf sportlicher Ebene geführte Battles, bei denen es darum geht, den anderen mit lyrischem Können zu zerstören, so wie es einst Kool Savas mit seinem Urteil eindrucksvoll bewiesen hat.
Warum wird so lieblosen Disstracks, wie zuletzt denen von Fler, Kollegah und Konsorten, so viel Beachtung geschenkt? Sind solche Tracks wirklich relevant für Deutschrap oder bin ich einfach nur ein engstirniger Backpacker, der dafür keinen Sinn hat? Denkt mal darüber nach!

Da ich nicht nur meckern will, sondern es auch besser als die oben genannten Magazine machen will, wird hier meiner Meinung nach sehr guter, vor allem zum Thema passender Rap unterstützt. Ich vertrete Franky Kubricks Aussagen in seinem Track “Was sie hören wollen” zu 100 %. Zieht es euch rein und macht in Zukunft solche Beiträge zu den ‘Most Viewed’!

War es das, Aggro Berlin?

Ist Aggro Berolin tot?

Das obenstehende Bild erscheint zurzeit auf der Startseite der Aggro Berlin Website. Die Schließung des wohl erfolgreichsten Hip Hop Labels der letzten Jahre? Es wäre das unschöne Ende einer erfolgreichen Geschichte, die vor knapp acht Jahren in Berlin beginnt. Eine Chronik aus dem Blickwinkel eines Außenstehenden.

Die Idee der drei Aggro Berlin Initiatoren, Specter, Halil und Spaiche, ist es harte berliner Musik zu verkaufen. Die ersten Artists sind, die von Royal Bunker abgeworbenen, Sido und B-Tight. Den endgültigen Durchbruch schafft Aggro 2004 mit der Veröffentlichung von Sidos LP “Maske”. Der Rest ist Geschichte: Die Releases werden gefeiert, gehasst und von der BPjM indiziert. Alles scheint beim ‘Label Nr. 1′ zu funktionieren und keiner scheint den Erfolg des Rapper Kollektivs stoppen zu können. Eine überwältigende Masse an Gangster Rappern schießt mir einmal aus dem Boden und profilieren sich in der Öffentlichkeit als ignorante Provokateure. Das Schlimme daran: Die Medien lieben Aggro Berlin und ihre Nachahmer und stellen Deutschrap in der Öffentlichkeit – ohne zu differenzieren – als lächerliche Ghetto Seifenoper dar. Bis heute scheint diese gegebene Öffentlichkeit hunderte von jungen Männern zum Rapper-werden zu animieren. Diese Rapper, die an sich wenig mit Hip Hop zu tun haben schaffen es, konsequenter als je zuvor, deutschen Hip Hop als lächerliche und dumme Subkultur darzustellen.

Doch zurück zu Aggro Berlin: Seit einiger Zeit läuft es bei Sido und Co. nicht mehr. Es ist nicht so, dass die Erfolge ausbleiben, aber die Aggrostarz scheinen sich nicht mehr wohl bei ihrem Label zu fühlen. Fler ist der erste, der die Konsequenzen daraus zieht und das Label verlässt. Er ist enttäuscht von seinen Chefs, die in seinen Augen nur den Profit und nicht die Bewegung hinter Aggro mit ihren Interpreten sahen. Und sogar Zugpferd Sido ließ schon vor Monaten verlauten, dass er wohl nicht ewig bei Aggro bleiben werde. Der Abgang des erfolgreichsten Artist würde den Berlinern wohl das Genick brechen, denn Sido und Fler waren bisher die Gesichter des Labels, während die Anderen nur als Nebendarsteller auftraten. Weder Tony D noch Kitty Kat oder B-Tight schaffen es, wohl aufgrund fehlendem Unterhaltungswert, auf eigenen Beinen zu stehen.

Um die Musik wird es mir nicht Leid tun, denn Sido, der mir doch das ein ums andere Mal ein Grinsen ins Gesicht gerappt hat, wird auch ohne Aggro Berlin seinen Weg gehen. Respekt habe ich persönlich jedoch vor allem vor ihrer großen Bereitschaft Risiken zu gehen und neue Wege zu erschließen. Bis sie sich dem Major Label Universal anschlossen waren sie Vorreiter in Sachen Imagevermarktung im deutschen Rap Business. Als Independent Label schafften sie es wie kein anderes Label authentisch, aber erfolgreich zu sein.

Noch ist das Ende Aggro Berlins noch nicht bestätigt, doch falls es denn so sei wäre das Ende ein Zeichen für Deutschrap und das symbolische Ende der Hochzeit des deutschen Gangsterraps. Hört sich doch gar nicht so schlecht an. Scheiß Trends, es lebe der Untergrund!

Samy Deluxe mal ganz minimal

Vorweg: Das ist noch nicht die Review zu Samy Deluxes heute erschienenen Album “Dis wo ich herkomm”.

Hier geht es erstmal um einen Trend bei ihm, der mir sehr gut gefällt: Rap und Gesang auf sehr minimalistisch gehaltenen Kompositionen. Mein erstes Fundstück dazu, ist ein Austritt von ihm bei YouFM, einem hessischen Jugendsender. Die lassen leider nicht zu, dass Video im Artikel einzubinden, doch nach dem Klick kann man sich es aber direkt bei YouFM anschauen. Altmeister Samy kommt dort mit nur vier Begleitinstrumenten aus und das inklusive Backgroundsänger. Das Ergebnis ist erfreulich: Ruhige und schöne, aber sehr lockere Songs, auf denen der Baus trotzallem noch flowen kann.

Noch so ein Beispiel ist seine neue Single “Wenn die Sonne rauskommt”. Meines Erachtens nach ein Hit. Einfach aus dem Grund, dass man darauf ‘chillen’ kann! Dass das Album ähnlich minimal ausfallen wird kann man allerdings bezweifeln, da auch die erste Single, die gleichzeitig auch der Titelsong ist, anders klingt. “Dis wo ich herkomm” bleibt doch Hip Hop lastiger und pompöser, was ich gar nicht negativ sehe, aber ich glaube schon, dass ein Album im alten Stil weniger ‘unique’ klingen wird.

Deutschrap war nie tot!

Ich will gar keine großen Reden schwingen, sondern Taten sprechen lassen. Das ist kick&snare, das neue Blog für deutschen Hip Hop. Merkt euch den Namen, denn hier passiert Großes!
Kick & Snare - Deutschrap ist nicht tot.