War es das, Aggro Berlin?

Ist Aggro Berolin tot?

Das obenstehende Bild erscheint zurzeit auf der Startseite der Aggro Berlin Website. Die Schließung des wohl erfolgreichsten Hip Hop Labels der letzten Jahre? Es wäre das unschöne Ende einer erfolgreichen Geschichte, die vor knapp acht Jahren in Berlin beginnt. Eine Chronik aus dem Blickwinkel eines Außenstehenden.

Die Idee der drei Aggro Berlin Initiatoren, Specter, Halil und Spaiche, ist es harte berliner Musik zu verkaufen. Die ersten Artists sind, die von Royal Bunker abgeworbenen, Sido und B-Tight. Den endgültigen Durchbruch schafft Aggro 2004 mit der Veröffentlichung von Sidos LP “Maske”. Der Rest ist Geschichte: Die Releases werden gefeiert, gehasst und von der BPjM indiziert. Alles scheint beim ‘Label Nr. 1′ zu funktionieren und keiner scheint den Erfolg des Rapper Kollektivs stoppen zu können. Eine überwältigende Masse an Gangster Rappern schießt mir einmal aus dem Boden und profilieren sich in der Öffentlichkeit als ignorante Provokateure. Das Schlimme daran: Die Medien lieben Aggro Berlin und ihre Nachahmer und stellen Deutschrap in der Öffentlichkeit – ohne zu differenzieren – als lächerliche Ghetto Seifenoper dar. Bis heute scheint diese gegebene Öffentlichkeit hunderte von jungen Männern zum Rapper-werden zu animieren. Diese Rapper, die an sich wenig mit Hip Hop zu tun haben schaffen es, konsequenter als je zuvor, deutschen Hip Hop als lächerliche und dumme Subkultur darzustellen.

Doch zurück zu Aggro Berlin: Seit einiger Zeit läuft es bei Sido und Co. nicht mehr. Es ist nicht so, dass die Erfolge ausbleiben, aber die Aggrostarz scheinen sich nicht mehr wohl bei ihrem Label zu fühlen. Fler ist der erste, der die Konsequenzen daraus zieht und das Label verlässt. Er ist enttäuscht von seinen Chefs, die in seinen Augen nur den Profit und nicht die Bewegung hinter Aggro mit ihren Interpreten sahen. Und sogar Zugpferd Sido ließ schon vor Monaten verlauten, dass er wohl nicht ewig bei Aggro bleiben werde. Der Abgang des erfolgreichsten Artist würde den Berlinern wohl das Genick brechen, denn Sido und Fler waren bisher die Gesichter des Labels, während die Anderen nur als Nebendarsteller auftraten. Weder Tony D noch Kitty Kat oder B-Tight schaffen es, wohl aufgrund fehlendem Unterhaltungswert, auf eigenen Beinen zu stehen.

Um die Musik wird es mir nicht Leid tun, denn Sido, der mir doch das ein ums andere Mal ein Grinsen ins Gesicht gerappt hat, wird auch ohne Aggro Berlin seinen Weg gehen. Respekt habe ich persönlich jedoch vor allem vor ihrer großen Bereitschaft Risiken zu gehen und neue Wege zu erschließen. Bis sie sich dem Major Label Universal anschlossen waren sie Vorreiter in Sachen Imagevermarktung im deutschen Rap Business. Als Independent Label schafften sie es wie kein anderes Label authentisch, aber erfolgreich zu sein.

Noch ist das Ende Aggro Berlins noch nicht bestätigt, doch falls es denn so sei wäre das Ende ein Zeichen für Deutschrap und das symbolische Ende der Hochzeit des deutschen Gangsterraps. Hört sich doch gar nicht so schlecht an. Scheiß Trends, es lebe der Untergrund!

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6 Kommentare zu “War es das, Aggro Berlin?”

  1. David sagt:

    Sehr schön geschrieben. Ich denke nicht, dass das Label geschlossen wird. Eventuell wird im Hintergrund an einem neuen Auftritt gearbeitet und dieses Bild soll nur dazu anheizen AggroBerlin im Gespräch zu halten.

    Aber einfach mal abwarten. Bin auf jeden Fall gespannt.

  2. MagicSoul sagt:

    eine schließung wäre in meinen augen eun gutes zeichen…peace …

  3. Ricardo Schmidt sagt:

    Aggro ich dass Besste Label und Fler ist ein Veräter

  4. lukas kimmel sagt:

    Aggro Berlin ist das beste label auf dr Welt

  5. Sandra Giese sagt:

    Es ist Schade, den Aggro hat viele gute Talente raus gebracht.

  6. hahaha sagt:

    Aggro Berlin war scheiße hahaha gut gemacht Fler du hast dich gerettet es ist besser mit Bushido zu sein als mit diese Aggro Loesers

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